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Gynäkologie - Urogynäkologische Ambulanz

Spezielle Inkontinenzdiagnostik

  • Urodynamische Funktionstests
  • Introitussonografie
  • ggf. Urethrozystoskopie

Formen der Harnikontinenz

  1. Stressinkontinenz:
    Es tritt ein Harnverlust unter körperlicher Belastung, Husten, Niesen etc. infolge eines insuffizienten Harnröhrenverschlussmechanismus auf.
  2. Dranginkontinenz:
    Es erfolgt Harnabgang in Verbindung mit starkem Harndrang bei intaktem Harnröhrenverschlussmechanismus. 
  3. Stress/Drang-Mischinkontinenz
  4. Reflexinkontinenz:
    Harnabgang bei unwillkürlichen Detrusorkontraktionen ohne Harndrang 
  5. Überlaufinkontinenz:
    Harnverlust bei großen Restharnmengen und mangelnder oder fehlender Blasenmotorik.
  6. Extraurethrale Inkontinenz:
    Harnabgang infolge ektoper Harnleitermündungen oder Fistelbildung.

Urodynamische Diagnostik

  1. Zystometrie:
    Die Harnblase wird mit physiologischer Kochsalzlösung gefüllt und es werden intravesikale Druckveränderungen in Abhängigkeit vom Blasenfüllungsvolumen erfasst. Die Zystometrie dient der Erkennung von sensorischer oder motorischer Dranginkontinenz und neurologischer Blasenentleerungsstörungen. 
  2. Urethrozystometrie:
    Es wird das Verhalten der Urethraverschlussfunktion (Urethradruckprofil) in Ruhe und unter Stressbedingungen (Husten, Pressen, etc.) untersucht und dient damit der Stressinkontinenzdiagnostik.
    Die Messung erfolgt mit sogenannten Mikrotransducerkatheter. Diese dünnen Katheter haben zwei Sensoren im Abstand von ca. 6 cm. Bei der Messung wird der Katheter langsam durch die Harnröhre mit einer definierten Geschwindigkeit gezogen, wobei der proximale Sensor in der Harnblase bleibt. Aus der Differenz beider Transducer wird das Harnröhrenverschlussdruckprofil ermittelt. Es dient der Diagnose einer echten Stressinkontinenz.
    Wichtigster Parameter ist der max. Urethraverschlussdruck, der das chirurgische Vorgehen entscheidend beeinflusst.  
  3. Uroflow:
    Bei dieser Messung wird der Harnfluss und die Detrusoraktivität ermittelt sowie gegebenenfalls ein Beckenboden-EMG abgeleitet. Somit können Blasenentleerungssörungsstörungen objektiviert werden. 

Morphologische Diagnostik 

  1. Introitussonografie:
    Sie hat das Urethrozystogramm weitgehend abgelöst. Die sonografische Darstellung der Blasen-, Urethra- und Symphysenregion kann fast alle Informationen wiedergeben wie bisher die radiologischen Verfahren.
    Wesentlich ist hier die Erfassung der gestörten Beckenbodentopografie in Ruhe und bei Belastung, die gleichzeitig Hinweise für das spätere operative Vorgehen gibt. Wichtigste Parameter sind die Blasenhalsmobilität, eine Trichterbildung des Blasenhalses und eine Aussackung des Blasenbodens (Cystocele).
  2. Urethrozystoskopie:
    Die visuelle Darstellung der Urethra und Harnblase ist für alle Formen der Drang- und Rezidivinkontinenz erforderlich.

Konservative Therapieformen

  • bei leichteren Inkontinenzformen:
    z.B.: Beckenbodengymnastik unter physiotherpaeutischer Anleitung; Elektrostimulation; Urethralringpessare

  • bei schwereren Inkontinenzformen:

    Inkontinenzoperationen

    1. abdominelle Kolposuspension nach Burch
    2. laparoskopische Kolposuspension nach Burch
    3. TVT (Tension free vaginal tape) 
    4. Anteriores / posteriores IVS

TVT-Verfahren

Mit der in Schweden entwickelten TVT-Methode steht nun ein neues komplikationsarmes minimal invasives Verfahren zur Verfügung. Der pathophysiologische Ansatzpunkt ist ein insuffizientes Lig. Pubourthrale . Eine Proleneschlinge wird genau dort plaziert wo das Lig. Pubourethrale seine Hauptansatz hat - im mittleren Urethadrittel. Dort soll die Schlinge das Lig. Unterstützen und so ein suffizientes suburethrales Widerlager bilden.

Intaoperativ wird die Schlinge so um die Urethra plaziert bis nur mehr minimalst oder gerade kein Harn mehr austritt. 

Operative Erfolgsquote

Es gibt keine 100%-ige Erfolgsgarantie bei Inkontinenzoperationen - aber mit einer Erfofgsquote von 87% liegen derzeit sehr gute Langzeitergebnisse vor.

Eine operative Therapie sollte von einer entsprechenden Beckenbodengymnastik begleitet werden um zusätzlich den Therapierfolg zu gewährleisten.